SEOs und so

Interessanterweise sind imho Marketing- und PR-Profis bei Weitem nicht so verschrien wie SEOs. Obwohl sie im Grunde genommen den gleichen Job haben. Ihre Aufgabe ist es, Unternehmen bzw. Unternehmensangebote dem Kunden schmackhaft zu machen. Was in einem modernen Wirtschaftssystem eine völlig selbstverständliche Funktion darstellt, um Kunden auf Angebote aufmerksam zu machen, die sonst in der Fülle an Möglichkeiten völlig untergehen würden. Je größer ein Unternehmen ist, umso größer sind die Möglichkeiten. Das Gleiche gilt für Unternehmen, die sich dauerhaft eine SEO-Agentur leisten. Nur weil es Unternehmen gibt, die es sich nicht leisten können, ihre Webseiten zu optimieren und deswegen uU schlechter in Suchmaschinen positioniert sind, ist das kein Grund gegen die SEOs zu wettern. Ein kleiner Handwerker kann sich eben keine Fernsehwerbung leisten, zumal es sich nicht einmal lohnen würde. So what? Und solange der SEO akzeptierte Maßnahmen anwendet, gibt es nix dagegn einzuwenden.

schreibt Robert Basic in seinem Eintrag Sind SEOs böse?. Lieber Robert, immer öfter bewundere ich deine Kompetenz in Sachen Web und deine Spürnase, was vielversprechende Startups angeht – aber der Vergleich von SEOs mit Werbern ist ein totaler Griff ins Klo. Immerhin benutzen die User eine Suchmaschine nicht, um Werbung zu sehen; sie wollen für sie relevante Internetseiten finden.

Stell dir vor, du gehst in den Plattenladen deiner Wahl und fragst den Verkäufer nach “8-bit Lagerfeuer” von pornophonique. Da die beiden Jungs nicht genug Geld haben um den Plattenverkäufer zu bestechen, schlägt der dir ausschließlich Alben von etablierten Musikern mit genug Geld zur Bestechung vor: Alben von Tokio Hotel, Christina Aguilera und Britney Spears. Das ist ein nicht 100% passender, aber relativ zutreffender Vergleich: SEOs bestechen die Suchmaschinen.

Das Problem bei der Sache ist, dass Otto-Normal-User in den meisten Fällen künstlich gepushte Seiten mit weniger relevantem Inhalt nicht auf Anhieb erkennt, und ihm so die wirklich relevanten Seiten vorenthalten bleiben. SEOs werden ja nicht bemüht, damit relevante Inhalte besser gefunden werden – SEOs werden dafür bezahlt, Besucher auf eine x-beliebige Seite zu locken, damit der Inhaber sich eine güldene Nase verdienen kann.

1 Kommentar zu SEOs und so

  1. MF's Gravatar MF
    Geschrieben am 16. September 2008 um 7:41 | Permalink

    SEO ist nicht mit Werbung zu vergleichen. Zumindest nicht, wenn man den umgangssprachlichen SEO nimmt. SEO heisst heute, mit oft mehr als unseriösen Mitteln den Versuch zu unternehmen, die Ergebnisse der Suchmaschinen zu Gunsten der eigenen Webseiten resp, der eigenen Kunden zu manipulieren.
    Natürlich kann man von guten SEO und von schlechtem SEO sprechen. Allerdings hält sich gutes SEO im Rahmen und ist nur bedingt erfolgreich, solange den Blackhat-SEO nicht gehörig eines auf die Finger geklatscht wird. Aber das wird noch dauern und die SERPS mit jeder neuen Massnahme gehörig durcheinander schütteln.

Einen Kommentar hinterlassen